Alfter, 18.-19. September 2015

Drittes Forschungssymposium Eurythmiepädagogik

Am 18. und 19. September findet an der Alanus Hochschule in Alfter das dritte Forschungssymposium Eurythmiepädagogik statt. In Vorträgen und Arbeitsgruppen werden Einblicke in den aktuellen Stand des Forschungsprojektes "Eurythmiepädagogik heute" ermöglicht. Das Symposium steht unter dem Thema "Selbstständigkeit und Persönlichkeitsentwicklung".

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.alanus.edu

 

Dezember 2014

Der eigene Eurythmieunterricht als Forschungsobjekt

Eurythmiepädagogik wird in der Öffentlichkeit oft als Waldorf-Spezialität, als Aushängeschild in Wort und Bild verwendet. Dies geschieht obwohl man von der pädagogischen und ästhetischen Dimension, ihrer Bedeutung und ihrem pädagogischen Konzept recht wenig weiß. Nicht selten bringt man es auf die metaphorische Formel: „Namen tanzen“.  In Suchmaschinen gibt es mittlerweile über neunhunderttausend Einträge auf „Namen tanzen“. Seit 90 Jahren wird Eurythmie in den Waldorfschulen weltweit  unterrichtet und trotzdem weiß kaum jemand mehr darüber als diese fragwürdige Metapher. Man sieht an Monatsfeiern gelegentlich Beiträge aus dem Fache Eurythmie, die zwölften Klassen zeigen ihre künstlerischen Abschlüsse, aber viel erfährt man darüber nicht. Es ist zwar richtig, dass Waldorfschüler ihren Namen, das Alphabet, Beethoven und Chopin eurythmisch darstellen können, aber darüber hinaus gibt es bezüglich der pädagogischen Inhalte und Ziele dieses speziellen Bewegungsunterrichts der Waldorfpädagogik bedeutend mehr  zu sagen.


In dieser Zeitschrift ist schon öfter über den Eurythmieunterricht aus verschiedenen Perspektiven berichtet worden. Jürgen Frank (Hamburg-Bergstedt) schilderte etwas aus der Sicht eines Eurythmielehrers, Erik Dom (Eurythmeum Stuttgart) aus der Sicht eines Ausbilders, Jutta Rohde-Röh aus Flensburg wurde interviewt und kürzlich schrieb Christian Böttger über „What moves You!“. Empirische Forschung zu diesem Fach wurde bisher noch nicht durchgeführt.  Seit einigen Jahren wird im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Alanus Hochschule einiger dieser Fragen nachgegangen: Wie steht es denn um die Eurythmiepädagogik an den Waldorfschulen in Deutschland und was ist eigentlich guter Eurythmieunterricht?


Durch die Initiative von Stefan Hasler (Fachgebiet Eurythmie an der Alanus Hochschule und Prorektor) in Zusammenarbeit mit Charlotte Heinritz, und später Axel Föller-Mancini und Gisela Beck (Fachbereich Bildungswissenschaften an der Alanus Hochschule) entstand 2012 das erste Projekt zur empirischen Erforschung der Eurythmiepädagogik an Waldorfschulen in Deutschland. Als unterstützender Beirat sind die Eurythmieausbildungen aus Stuttgart, Leiden (früher Den Haag) und die Alanus Hochschule Alfter mit von der Partie. Das gesamte Projekt wurde in drei Teilen konzipiert, die jeweils verschiedene Zugänge zur Eurythmiepädagogik erarbeiten. Eine Gruppe von erfahrenen Eurythmiepädagogen aus Berlin, Ruhrgebiet, Bonn, Süddeutschland und Hamburg engagieren sich dabei. Sie sollten ihren eigenen Unterricht selbst untersuchen und damit einen neuen kreativen Impuls in die eurythmiepädagogische Szene setzen.


In der ersten Phase bewegten uns damals diese Fragen: „Was konkret mache ich mit dieser spezifischen Klasse?“ „ Was ist guter Eurythmieunterricht und wie entsteht er?“ Die Antwortversuche wurden individuell und empirisch angegangen und als Methoden wurden dazu Unterrichtstagebuch, Hospitation, Interview und Intervision eingesetzt. Ziel war es die vorliegenden pädagogischen Erfahrungen zu sammeln, zugänglich zu machen, nach bestimmten Kriterien zu untersuchen und in die Ergebnisse in eine verständliche Sprache zu übersetzten und zu publizieren. Die Ergebnisse der ersten Phase wurden erst einem eurythmischen Fachpublikum im September 2013 im Rahmen eines Eurythmiepädagogischen Symposiums in Alfter vorgestellt und dann 2014 als Band 1 publiziert.


In der zweiten Phase wurde eine etwas größere Anzahl von Eurythmisten in Waldorfschulen in bestimmten Klassenstufen besucht und interviewt. In Zentrum standen dabei Fragen, wie der Eurythmieunterricht die Persönlichkeitsentwicklung und die Eigenständigkeit der Schüler unterstützt.  Diese thematische Vorgabe wurde von einem Expertengremium, bestehend aus je einem Erziehungswissenschaftler, Sozialwissenschaftler, Schularzt und einem Heileurythmisten vorab formuliert. Dann wurde eine bestimmte Eurythmiestunde einer bestimmter Klassen besucht und anschließend in einem Interview besprochen und vertieft. Das auf diese Weise gesammelte Material wird jetzt von Gisela Beck und Axel Föller-Mancini ausgewertet und die Ergebnisse werden im September 2015 dem Fachpublikum vorgestellt, diskutiert und dann als Band 2 publiziert.


Die in den ersten beiden Phasen gewonnenen Einsichten und Forschungstechniken wurden in der dritten Phase von zehn Eurythmiepädagogen aufgegriffen und im eigenen Eurythmieunterricht eingesetzt. Zudem wurden  konkrete pädagogische Angaben Rudolf Steiners zur Eurythmie auf deren heutigen pädagogischen Eignung und Wirksamkeit eingesetzt und  überprüft. Von besonderer Bedeutung waren dabei erziehungskünstlerische Momente des Eurythmieunterrichts und wie man diese erfassen und darstellen kann. Wann „funkt“ es im Unterricht? Was hilft dazu? Die Ergebnisse der Kollegen wurden ebenfalls dem Fachpublikum auf einem Kolloquium im September 2014 in Alanus vorgestellt und diskutiert und werden von den Kollegen zurzeit schriftlich ausformuliert.


Die beteiligten Eurythmiepädagogen trafen sich regelmäßig, tauschten sich über ihre gemachten Forschungserfahrungen aus und unterstützten sich gegenseitig auf diesem Weg, der reichhaltige fachliche und persönliche Lernschritte bereit hielt. Fast jeder hatte dabei einige Krisen durchzustehen Dadurch  ergaben sich aber auch neue Fragestellungen und Perspektiven auf, welche die Eurythmiepädagogik mit Sicherheit befruchten können.


Mit der wissenschaftlichen Bearbeitung der Eurythmiepädagogik streben wir einen fachübergeifenden Dialog an, der diesen einzigartigen künstlerischen Impuls für die Schul- und Unterrichtskultur lebendig hält.


Band 1:

Stefan Hasler /  Charlotte Heinritz (2014): Den eigenen Eurythmieunterricht untersuchen, Edition Waldorf, Stuttgart.


Band 2:

Eurythmisches Gestalten und Persönlichkeitsentwicklung (erscheint voraussichtlich im Herbst  2015)


Band 3:

Eurythmische Mittel in der Erziehungskunst (erschient voraussichtlich im Frühjahr 2016)

 

 

Michael Werner, Hamburg-Bergstedt

Hamburg, Februar 2014

"Den eigenen Eurythmieunterricht erforschen" erschienen

 

Mit der Publikation "Den eigenen Eurythmieunterricht erforschen" ist das Ergebnis des ersten Teilabschnittes unseres Forschungsprojektes erschienen.

 

Das Buch kann unter http://www.waldorfbuch.de bezogen werden.

 

Hamburg, Februar 2014

"Zukunft spüren - Hospitation im Eurythmieunterricht" - Erfahrungsbericht von Michael Werner, Eurythmielehrer

 

Direkt nach meinem Unterricht in der 10. Klasse gehe ich nach Elmshorn bei Hamburg in den Unterricht  von Kjell Häggmark mit seiner zwölften Klasse. Der Weg führt mich durch ein schmuckloses Industriegebiet nördlich von Hamburg, bis ich vor dem großen, mehrstöckigen Schulgebäude in Elmshorn stehe. Wir hatten uns schon öfter zur Hospitation verabredet, es war immer wieder etwas dazwischen gekommen, aber diesmal klappte es. Diese Klasse soll im April eine Eurythmieaufführung zur Geschichte von Pettersson und Findus machen und befindet sich in den Proben dafür. Dieser Besuch und das anschließende Interview dient der Materialsammlung für die zweite Phase des Forschungsprojektes „Eurythmiepädagogik heute“ an der Alanus Hochschule in Alfter. Kjell Häggmark und ich kennen uns schon seit meiner Eurythmieausbildung und von dem gemeinsamen Engagement in der Eurythmiebühne Hamburg. Außerdem arbeiteten wir zehn Jahre lang zusammen in der Hamburger Eurythmieausbildung 4.D. Dort entwickelten und verantworteten wir, gemeinsam mit Jutta Rohde-Röh aus Flensburg, den Bereich der Eurythmiepädagogik. Kjell Häggmark unterrichtet seit über dreißig Jahren Eurythmie vom Kindergarten bis zur zwölften Klasse. Diese Klasse hat er seit zwei Jahren.

 

In den vergangenen zwei Monaten hatte die zwölfte Klasse die Geschichte von Pettersson und Findus für eine Eurythmieaufführung vorbereitet. Dafür wurden einige Grundlagen von Eurythmie- Choreographie vermittelt und die Schüler arbeiteten in verschiedenen Gruppen an ihrer Inszenierung. Dieser Prozess sollte heute eigentlich weitergehen, aber leider stand diese Eurythmiestunde unter einem ungünstigen organisatorischen Stern. Der ursprünglich parallel liegende Französischunterricht war ohne weitere Rücksprache um mehrere Stunden vorverlegt worden und die zwölfte Klasse war daher schon nach Hause gegangen. Glücklicherweise war eine große Gruppe von Schülern doch noch im Haus erreichbar gewesen und so begann der Unterricht zeitlich etwas verspätet und in einer unüblichen personellen Zusammenstellung.

 

Als ich den Raum betrat, waren die Schüler in zwei Gruppen emsig am Arbeiten. Auf der einen Seite des Raumes fand ein angeregtes Gespräch unter einer Schülergruppe statt, auf der anderen arbeitete ein Junge mit Kjell an seinem Solo. Schon nach wenigen Durchgängen lief er als alter Mann, mit seelischem Ausdruck seine ganze Passage. Nach dieser Einzelprobe nahm er sein Heft und übertrug die erarbeiteten Änderungen der Raumform und dokumentierte in Stichworten seine heutigen Arbeitsschritte und den Stand der Dinge.

 

Während dieser Soloprobe hatte die anderen Schülergruppen überlegt, wie die „Hühnerstelle“ des Stückes gestaltet werden könnte. Wie sollten sich Hahn und Hühnergruppe bewegen? Was sind eigentlich typische Bewegungen von Hühnern und wie kann man die nachmachen? Kjell bat nun die Hühnergruppe, ihm jetzt ihre Szene zu zeigen. Die übrigen Schüler, die dabei engagiert mitgeredet hatten, setzten sich zu Kjell auf den Boden und schauten sich die ganze Szene und das darin vorkommende Solo des alten Mannes an. Anschließend gaben sie den Darstellern Feedbacks und Anregungen und wieder folgte eine angeregte Diskussion. Innerhalb ganz kurzer Zeit wurden neue Elemente von den Darstellern aufgegriffen und die Szene gewann bei jedem Durchgang sichtlich an Kontur. Die Darsteller konzentrierten sich voll auf ihren Part und identifizierten sich sichtlich mit ihrer Aufgabe, herrlich! Ein Schüler hatte gemeint, es sähe bereits ganz gut aus, auch wenn deutlich würde, dass sich einige Darsteller noch nicht gut dabei fühlten. Beim anschließenden vierten Durchgang kamen die Hühner nicht einmal mehr in einer Szenenpanne aus dem Konzept und ein letzter Durchgang bildete den Abschluss des Praxisteils dieser Eurythmiestunde.  

 

Dann bat Kjell einen Schüler das heute Erarbeitete zusammenzufassen. Dieser schilderte das Erreichte, wurde von einigen Mitschülern ergänzt und so entstand der ganze Ablauf vor dem inneren Auge der Anwesenden. Die Schüler sagten, sie hätten jetzt ein gutes Gefühl  für diese Szenen und sie verließen sichtlich entspannt und zufrieden murmelnd den Eurythmiesaal.

 

Das war der Ablauf dieser Eurythmiestunde der zwölften Klasse, eine ganz normale Unterrichtsstunde im Januar 2014 in Elmshorn.

 

Im Anschluss an den Unterricht erfolgte das verabredete Interview. Dabei gingen wir chronologisch durch die Eurythmiestunde und Kjell erzählte von den bisherigen Erfahrungen und Arbeitsprozessen in dieser Klasse. Er schilderte das Aussuchen des Stückes, seinen Unterricht in Choreographie, einige Besonderheiten dieser zwölften Klasse und wie er über die Jahre dazu gekommen war, so zu unterrichten wie er es hier getan hatte. In der Stunde hatte er die Schüler immer wieder gebeten, sich gegenseitig Feedback zu geben, was die Schüler konnten, wodurch sich die Akteure verbesserten. Er hatte methodische Wege aufgezeigt, wie sich die Schüler eigenständig verbessern könnten und er hatte weitgehend schülerzentriert gearbeitet. Mir war gleich aufgefallen, dass Kjell selbst keine eurythmischen Bewegungen vorgemacht hatte, sondern das Geschehen auf einem Stuhl sitzend, ein Textblatt in der Hand haltend, betrachtend verfolgte und leitete. Er hatte ermuntert, Anregungen formuliert, Fragen gestellt und Bilder geschildert, welche die Schüler in den Zustand versetzten, eigenständig Lösungen für die anstehenden künstlerischen Probleme zu entwickeln.

 

Auf meine Frage, wie er denn auf diese Art des methodisch gegliederten Unterrichts gekommen wäre, antwortete er, dies sei eben die Essenz seiner über dreißig jährigen Tätigkeit als Eurythmielehrer. Die Förderung der Eigenständigkeit der Schüler sei ihm ein wichtiges Anliegen seines Unterrichts. Besonders in den letzten zehn Jahren Jahre habe er sich, bedingt durch die Konzeption der Eurythmieausbildung 4.D in Hamburg und durch seine akademische Ausbildung zum Master of Arts, eine ganz neue Fähigkeit über Eurythmie zu kommunizieren erarbeitet. Diese sei für sein heutiges Unterrichten wie ich es gesehen hatte sehr essentiell. In Interviews mit Schülern, Eltern und Kollegen hatte er neue Aspekte wie man heute Eurythmie sehen und verstehen könnte kennengelernt. Daraus habe er neue Perspektiven auf sein Fach und die Stellung des Fachs in der Schule formulieren können. Die Auswertung dieser Erkenntnisse habe er in seiner Masterarbeit schriftlich dargestellt.

 

Im Anschluss an das Interview sagte er, er habe in den vergangenen dreißig Jahren Schuleurythmie noch nie einem Kollegen seine pädagogischen Anliegen geschildert. Er unterrichtete seit Jahrzehnten einsam seinen Eurythmieunterricht und es kam bisher nie jemand vorbei, um sich das mal life anzusehen und mit ihm darüber zu sprechen was er damit eigentlich wolle. Die konkrete Stunde gab ihm und uns beiden einen spezifischen Hintergrund für den Austausch über seine Anliegen. Mit einer gemeinsamen erlebten Stunde kann man ganz anders miteinander sprechen als ohne. Ich vermute anderen Kollegen wird es ähnlich gehen wie Kjell.

 

In Waldorfschulen wird meines Wissens das Instrument der Hospitation kaum für die pädagogische und persönliche Entwicklung der Lehrerschaft eingesetzt. Bei jungen Kollegen und in Krisen kommt es sporadisch zum Einsatz. Dabei könnte es ein wesentliches Element der pädagogischen Betrachtung und konkreten Bearbeitung einer Unterrichtsstunde sein[1]. Das könnte speziell im Fachgebiet Eurythmie gezielt eingesetzt werden. Nach den Ergebnissen der Hattie-Studie ist der Faktor Lehrer (neben der Einstellung der Schüler) das wirksamste Erfolgskriterium für das Gelingen eines Unterrichts, die Klassengröße, Frontalunterricht, oder gar die Schulstrukturen sind dafür kaum von Bedeutung. Auf die Lehrer kommt es an[2]! Gerade daher könnten systematische Hospitationen sowohl zur Reflektion des eigenen Unterrichts als auch zur Ausbildung einer individuellen „pädagogischen Handschrift“ eine effektive Hilfe sein.

 

Auf dem Weg nach Hause durch den nebligen und trüben Nachmittag in Norddeutschland denke ich  weiter über diese Begegnung nach. In diesem Forschungsprojekt stellte ich immer wieder fest, dass es für mich ein Genuss ist eine Unterrichtsstunde eines Fachkollegen mitzuerleben und sich anschließend darüber eingehend zu unterhalten. Überrascht war ich davon, dass die Kollegen die ich bisher besuchte, noch nie in dieser Art zu ihrer täglichen Arbeit befragt worden waren! Viele Eurythmiepädagogen in Deutschland und weit darüber hinaus haben wie Kjell Häggmark eine individuelle „pädagogische Handschrift“ entwickelt und es würde sich lohnen mit ihnen zu reden. Unterschiede in den Anliegen und praktischen Handlungsansätzen könnten wahrgenommen und gewürdigt werden. Was spricht eigentlich dagegen das einmal systematisch zu tun? Es entstünde neues Wissen über die Eurythmiepädagogik welches sowohl für die Kollegen an den Schulen, den Eltern und für die nächste Generation von Eurythmisten von Bedeutung sein könnte? Könnte diese Erfassung der heutigen eurythmiepädagogischen Praxis nicht erlauben den Vorurteilen diesem Fach gegenüber entspannter zu begegnen als bisher?-

 

Für mich selbst bot dieser Besuch einen frischen und empirischen Zugang zur eurythmiepädagogischen Arbeit von Kjell Häggmark in Elmshorn in einer zwölften Klasse. Ich glaube es würde sich sehr lohnen, die eurythmiepädagogische Landschaft der Waldorfschulen zu erforschen und die vielfach individualisierten Unterrichtstile der Eurythmiekollegen genauer zu erfassen, zu durchleuchten und darzustellen wie es im Tanz auch schon gemacht wurde[3]. Das ist das ausdrückliche ein Ziel dieser zweiten Phase des Eurythmiepädagogischen Forschungsprojektes in dessen Rahmen dieser Besuch stattfand. Darüber hinaus hoffe ich, dass dies Ressourcen für die Weiterentwicklung der Eurythmie für die Pädagogik von morgen freilegen möge.

 

Als Kjell und ich später in die Schülergarderobe kamen sahen wir, dass die Eurythmieschuhe von den Schülern ordentlich in einer Kiste zusammengelegt worden waren. Kjell meinte dazu, das sähe hier manchmal ganz anders aus und man könne als Lehren auch daran sehen, wie die Stunde aus Schülersicht erlebt worden wäre. Viele Kollegen werden solche Unterrichtsbilder aus ihrer Praxis kennen.

 

Michael Werner, Hamburg-Bergstedt

 



[1] Siehe: Jeroen Hendriksen (2000); Intervision, Belz Verlag Weinheim und Basel.

[2] Siehe John Hattie (2013); Lernen sichtbar machen, Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler.

[3] Siehe Jovanna Foik (2008); Tanz zwischen Kunst und Vermittlung, Kopaed Verlag München.